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Thomas Bernhard wird 80

February 10th, 2011 Leave a comment Go to comments

thomasbernhard gr Thomas Bernhard wird 80 Thomas Bernhard wäre heuer 80 Jahre alt geworden. Mit der Unterstützung des von ihm geliebten Großvaters, widmete sich der aus einfachen Verhältnissen stammende Bernhard schon früh der Kunst. Er betrieb ein Gesangsstudium und begann 1950 zu schreiben. Mit seinem ersten Roman „Frost“ wurde er 1963 berühmt. Sein klarer Stil, seine Radikalität und die beeindruckende Sprachmelodie machten ihn zu einem der bedeutendsten Autoren des 20. Jahrhunderts. Er starb 1989 an Herzversagen, in der Folge von schweren Krankheiten die ihn sein Leben lang begleiteten. In der Galerie WestLicht ist bis zum 8. Mai 2011 die Ausstellung “Thomas Bernhard. Das führt alles zu nix. Fotografien von Sepp Dreissinger” zu sehen. Die Fotografien zeigen den Autor sehr intim, begleiten ihn von den 60er Jahren bis zu seinem Tod.

Veranstaltungsdetails

  • Thomas Bernhard. Das führt alles zu nix. Fotografien von Sepp Dreissinger – Galerie WestLicht
  • Ausstellungsdauer: 4. Februar bis 8. Mai 2011
  • Ort: Galerie WestLicht, Schauplatz für Fotografie, 7., Westbahnstraße 40

Das Jubiläum seines Geburtstags wird in der Alpenrepublik feierlich begangen – überraschend, wenn man bedenkt, welche Kontroversen der grandiose, aber radikale und bisweilen narzisstische Autor zu Lebzeiten hervorrief. Mit einer großen Kampagne versuchte man 1984 die Aufführung seines letzten Theaterstücks „Heldenplatz“ zu verhindern. Seine Gesellschaftskritik, seine Kritik an Apathie, Kleinbürgertum und Heuchelei riefen (verständlich) wütende Reaktionen hervor. Auch in seinen Werken findet man den kleingeistigen Österreicher beschrieben. Warum also wird dieses Jubiläum mit solchem Enthusiasmus begangen? Seine Größe, seine Bekanntheit strahlen auf Österreich ab, und die Schönheit seiner Prosa ist unbestritten. Aber vielleicht ist heute auch die notwendige Distanz vorhanden, um die Wahrheit in seiner Kritik ohne Groll zu sehen. Auch die empfundene Verunglimpfung Österreichs in seinen Werken verliert an Gewicht, betrachtet man es als das, was es ist: Dichtung. Vielleicht schließt Österreich nun Frieden mit einem Dichter, der das Land das er kritisierte, nie verlassen hat. Zu wünschen wäre es.

„Man muss die Kraft haben abzusagen, etwas abzubrechen das zur Gewohnheit geworden ist. Oder mitten in der Vorstellung, beispielsweise mitten in der Rachearie aufhören zu singen, die Arme fallen lassen das Orchester ignorieren, das Publikum ignorieren, alles ignorieren, dastehen und nichts tun und alles anstarren. Plötzlich die Zunge herausstrecken.“

Thomas Bernhard, Der Ignorant und der Wahnsinnige

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