Die Bundespräsidentenwahl 2016 geht in die letzte Runde. Zwei Kandidaten haben noch die Chance, neues österreichisches Staatsoberhaupt zu werden. Eine Premiere gibt es aber auf alle Fälle.

Der Sitz des Gewinners der Bundespräsidentenwahl

Der Bundespräsident ist das Staatsoberhaupt in Österreich und repräsentiert das Land nach außen. Er kann Staatsverträge abschließen, den Bundeskanzler ernennen oder entlassen, den Nationalrat auflösen, Orden verleihen und Häftlinge begnadigen. Zu seinen weiteren Aufgaben zählt auch, zumindest formal, der Oberbefehl über das Bundesheer.

Tatsächlich ist die Handlungsfähigkeit des Bundespräsidenten beträchtlich eingeschränkt. Denn für die meisten Akte benötigt er den Vorschlag der Bundesregierung oder eines Bundesministers und die Gegenzeichnung des Bundeskanzlers oder eines Bundesministers.

Seit zwölf Jahren ist Heinz Fischer von der SPÖ (Sozialdemokratischen Partei Österreichs) österreichischer Bundespräsident. Nach der ersten, sechsjährigen Amtszeit wurde er für weitere sechs Jahre wiedergewählt. Nun wird am Sonntag, dem 22. Mai 2016, entschieden, wer ihm als Bundespräsident nachfolgen wird.

Die Kandidaten der Bundespräsidentenwahl 2016

Bereits am 24. April haben über 4 Millionen Österreicher ihren Favoriten für das Amt gewählt. Wählbar ist jede Person, die zum Nationalrat wahlberechtigt ist und das 35. Lebensjahr vollendet hat. Außerdem muss sie zur Wahl vorgeschlagen werden und mindestens 6.000 Unterstützungserklärungen abgeben. Wer dies schafft, darf zur Bundespräsidentenwahl antreten.

Insgesamt standen sechs Personen zur Wahl – und so haben sich die Wähler entschieden:

  • 35,1% wählten Norbert Hofer (FPÖ = Freiheitliche Partei Österreichs)
  • 21,3% wählten Alexander Van der Bellen (unabhängig, unterstützt von den GRÜNEN)
  • 18,9% wählten Irmgard Griss (unabhängig, organisatorisch unterstützt von NEOS = Das Neue Österreich und Liberales Forum)
  • 11,3% wählten Rudolf Hundstorfer (SPÖ = Sozialdemokratische Partei Österreichs)
  • 11,1% wählten Andreas Khol (ÖVP = Österreichische Volkspartei)
  • 2,3% wählten Richard Lugner (unabhängig)

Mehr Informationen zu den einzelnen Parteien Österreichs gibt es hier.

Bundespräsidentenwahl in Österreich

Foto: Furfur [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

Bundespräsident wird der Kandidat, der mehr als die Hälfte der Stimmen erhält. Dieses Ziel wurde im ersten Wahlgang nicht erreicht. Daher gibt es am Sonntag, 22. Mai, eine Stichwahl zwischen den beiden stimmenstärksten Kandidaten, Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen.

Fest steht: Zum ersten Mal in der Geschichte der 2. Republik ist kein Vertreter der beiden (ehemaligen) Großparteien SPÖ und ÖVP in der Stichwahl. Dem aktuellen Bundespräsidenten Heinz Fischer (SPÖ) wird also Hofer oder Van der Bellen folgen. Es bleibt abzuwarten, wer von den beiden verbliebenen Kandidaten das Rennen macht.

Weitere Informationen zur Bundespräsidentenwahl findest du hier: